Marten und Graner RechtsanwälteWechselmodell bei hoher Konfliktbelastung?

Wechselmodell bei hoher Konfliktbelastung?

Durch Beschluss des Kammergerichts vom 13.04.2017 ist im Hinblick auf die Frage des Wechselmodells Folgendes festgestellt wurden:

In der genannten Entscheidung ist ausgeführt, dass, sofern eine gerichtliche Umgangsregelung bereits vorliegt, eine diese abändernde Regelung nur zu treffen ist, wenn dies aus triftigen, das Wohl des Kindes nachhaltig berührenden Gründen angezeigt ist. Ferner wurde ausgeführt, dass nach der Rechtsprechung des BGH das paritätische Wechselmodell bei bestehender hoher elterlicher Konfliktbelastung in der Regel nicht dem Kindeswohl entspricht. Die Gründe dafür seien zum einen darin zu sehen, dass das Kind durch vermehrte oder ausgedehnte Kontakte auch mit dem anderen Elternteil verstärkt mit dem elterlichen Konflikt konfrontiert wird und durch den von den Eltern oftmals ausgeübten Koalitionsdruck in Loyalitätskonflikte kommt. Schließlich erfordert das paritätische Wechselmodell auch einen höheren Abstimmungs- und Kooperationsbedarf durch die geteilte Betreuung. Dies ist bei hoher elterlicher Konfliktbelastung ebenfalls schwer zu gewährleisten.

So ZS – FamF – Beschluss vom 13.04.2017 – 16 UF 8/17