Marten und Graner RechtsanwälteVorsicht bei mehreren Kündigungen

Vorsicht bei mehreren Kündigungen

Häufig kommt es vor, dass Unternehmen oder Arbeitgeber zeitlich gestaffelt mehrere Kündigungen aussprechen oder beispielsweise eine fristgerechte Kündigung aussprechen und später eine fristlose Kündigung zusätzlich zugeht. Es ist sehr wichtig, darauf zu achten, dass jede einzelne Kündigung eine eigene dreiwöchige Klagefrist auslöst, innerhalb der die Kündigungsschutzklage zu erheben ist. Durch die Stellung entsprechender Anträge können auch zukünftige Kündigungen erfasst werden. Wichtig ist jedoch, darauf zu achten, dass nicht mit der einmalig erhobenen Kündigungsschutzklage gegen eine Kündigung bereits alle zukünftigen Kündigungen miterfasst sind.

Sollte man eine Kündigung erwarten oder jedenfalls in den nächsten Wochen für möglich halten, sollte auch darauf geachtet werden, dass bei länger als dreiwöchiger Abwesenheit im Urlaub der eigene Briefkasten und der Posteingang darin kontrolliert wird, um mögliche Klagefristen nicht zu verpassen. Allein die urlaubsbedingte Abwesenheit berechtigt nicht, einen nachträglichen Klagezulassungsantrag zu stellen, wenn man in Erwartung einer Kündigung war. Da es bei der Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes auch auf die Betriebsgröße ankommt, ist auch darauf zu achten, ob der Betrieb regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer im Sinne des Gesetzes beschäftigt.

Hierbei ist auch von Bedeutung, ob möglicherweise zwei Betriebsteile als ein Betrieb zusammenzufassen sind.