Marten und Graner RechtsanwälteSicherer Zugang der Krankmeldung

Sicherer Zugang der Krankmeldung

Der Zugang der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeberunternehmen dient im Krankheitsfall dem Nachweis der Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitspflicht ist damit suspendiert. Die Entgeltfortzahlungsansprüche hängen hiervon ebenfalls ab. Den Zugang dieser Bescheinigung beim Arbeitgeber haben die erkrankten Beschäftigten zu beweisen. Die einfache Aufgabe zur Post reicht hierbei im Zweifel nicht aus, das Übermittlungsrisiko tragen die Beschäftigten. Es empfiehlt sich deshalb eine Zustellung per Einschreiben oder per Boten. Der Bote muss allerdings wissen was er übergibt, da er im Zweifel als Zeuge für den Zugang dient.
Neben dieser Verpflichtung besteht auch die Anzeigepflicht eine Arbeitsunfähigkeit unverzüglich dem Arbeitgeber anzuzeigen, um Betriebsablaufstörungen zu vermeiden. Dies sollte man auch bei der richtigen Stelle im Unternehmen tun, meist bei der Personalabteilung, dem Personalverantwortlichen oder Vorgesetzten, nicht aber beim Arbeitskollegen oder der Arbeitskollegin, der oder die das an die zuständige Stelle erst weitergibt.
Besonders wenn das Arbeitsverhältnis bereits durch anderweitige Vorkommnisse belastet ist (Abmahnungen etc.), sollte der Zugangsnachweis unbedingt vorliegen, da sonst häufig arbeitsrechtliche Streitigkeiten entstehen, die vermeidbar sind: Das Unternehmen sagt, dass keine AUB vorliegt und der Mitarbeiter unentschuldigt fehlt, obwohl dieser die AUB guten Gewissens zur Post gegeben hat. Es kann eine Abmahnung oder Kündigung folgen, die meistens in einem Rechtsstreit enden.